Menü Schließen
Ronny Günl
Assoziierte Doktorand_in

Elemente einer modernen Filmgeschichte bei Enno Patalas

In allen Arbeitsbereichen, die Enno Patalas in seinem Leben (1929–2018) für das Kino durchlief, beschäftigte ihn nicht nur das gegenwärtige Kino, sondern immer auch die Filmgeschichte als Quelle des Urteilsvermögens. Dahingehend untersucht das Forschungsprojekt anhand seines Nachlasses, was für Patalas immanent als Filmgeschichte figuriert. Zunächst als Herausgeber und Autor der Zeitschrift Filmkritik, später als Direktor des Münchener Filmmuseums beeinflusste er maßgeblich die deutsche Filmkultur der 1960er-Jahre sowie die gleichzeitig entstehende Filmwissenschaft. Mit der Begriffskizze des »Modernen Film« ließe sich ästhetisch ein filmhistorisches Paradigma beschreiben, mit dem Patalas und sein Umfeld im Nachkriegseuropa kinematografisch sozialisiert wurden. Es soll dabei zum einen nachvollzogen werden, welche theoretischen Einflüsse Patalas prägten, und zum anderen – nicht zuletzt wegen seiner Arbeit als Archivar verlorener Filme – welche Nachwirkungen seine Arbeit bis heute hinterließ.

Profil

Ronny Günl ist Doktorand an der Akademie der bildenden Künste Wien und seit 2024 Junior Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften | Kunstuniversität Linz in Wien. Er studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien und schloss mit der Masterarbeit „Bröckelnder Beton: zur kritischen Theorie im Begriff des Ereignisses“ ab. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im ProjektVisual History of the Holocaust“ sowie anschließend im Projekt „Modern Vienna Time Machine“ des Ludwig Boltzmann Institute for Digital History. Darüber hinaus schreibt er regelmäßig für diverse Publikationen zur Filmkultur der Gegenwart und Vergangenheit. Als Teil des Filmclub Tacheles veranstaltete er Screenings und hielt Einführungen unter anderem zu Claude Lanzmann und gab eine Anthologie über Ruth Beckermann mit heraus.

Mitglieder
Koordinator_in