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Andrea Polywka
Doktorand_in

Hybride Konfigurationen. Der Status des hybriden Bewegungsbildes im gegenwärtigen Mainstreamkino

Mein Dissertationsprojekt behandelt die Formate und Kombinationen des Live-Action- und Animationsfilms, die vorrangig als „hybride Bewegungsbilder“ im gegenwärtigen Mainstreamkino auftreten. Diese digitalen Konfigurationen fordern durch den Einsatz von Special Effects nicht nur zunehmend filmwissenschaftliche Genrekonzepte heraus, sondern diskutieren und hinterfragen den Status des Bewegungsbildes, sowie gängige Definitionen von traditionellen Filmkategorien, wie dem Animations- und Live-Action-Film. Die Tendenz einer sehr strengeund problematischen Dichotomie dieser Kategorien zeigt sich vorwiegend in der Sekundärliteratur und verhindert eine umfassendere Betrachtung der komplexen medialen Zusammensetzung und Geschichte dieser filmischen Verknüpfungen. Der Fokus dieses Forschungsprojekts liegt demnach auf der Untersuchung und Kontextualisierung von Begriffen wie Hybridität, digitaler Realismus und ausgewählten Realismus-Konzepten innerhalb der Filmwissenschaft. An dieser Stelle werden alternative Ansätze für die Theoretisierung, Einordnung und Historisierung hybrider Bewegungsbilder vorgestellt, die für die Film- und Medienkultur relevant sind. Unter anderem werden Filmbeispiele untersucht, in denen computergenerierte und realfilmische Darsteller aufeinandertreffen und interagieren, also Filme, die eine realistische Ästhetik sowie Strategien und Spielformen von vielseitigen Verknüpfungen des Animations- und im Live-Action-Films aufweisen. Es werden detaillierte Analysen und Diskussionen zu zeitgenössischewie auch historischen Filmbeispielen vorgestellt, unter anderem King Kong und die weiße Frau (USA 1933), bekannt für die aufwendige Verknüpfung von Stop Motion- und Live-Action- Sequenzen, oder die populäre Fantasy-Trilogy Lord of the Rings (USA 2001 – 2003) und deren hyperrealistische Darstellung fiktiver Figuren dank des Motion Capture-Verfahrens. Diese Filme zeigen filmische und mediale Interaktionen, die in ihrer Komplexität ebenso innerhalb Diskurse zu Körperdarstellungen, dem Status des Animationsfilms, Technologien wie dem Motion Capture-, Rotoskopie und Stop-Motion-Verfahrens, sowie Special Effects neu eingeordnet und behandelt werden sollen.

Fig. 1:
Lee Harrison III’s "Animac" Apparatus, in: Smith, Ernie: "This is what 1970s Motion Capture Tech Looked Like", 20. März 2017, Motherboard@Vice, zuletzt aufgerufen am 8. Mai 2018.
Fig. 2:
Werbeanzeige für King Kong und die weiße Frau (Merian C. Cooper, Ernest B. Schoedsack, USA 1933) in: Woods, Paul A.: King Kong Cometh!: The evolution of the great ape, London: Plexus, 2005, S. 56.

Profil

Andrea Polywka absolvierte 2012 ihr Bachelorstudium der Kunstgeschichte, Musik- und Medienwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg. 2013 erhielt sie einen Studienplatz im internationalen Masterprogramm Audiovisual Media and Cinema Studies (IMACS) an der GoetheUniversität Frankfurt, Université Paris Ouest Nanterre La Défense und an der Université de Montréal und schloss 2016 ihr Masterstudium ab. Ebenso arbeitete sie als Volontärin im Deutschen Filmmuseum/Deutsches Filminstitut in Frankfurt am Main, Abteilung Filmbildung und -Vermittlung, am Projekt Von jungen Menschen – für junge Menschen: Multimediaguide durch die Dauerausstellung des Deutschen Filmmuseums Frankfurt mit.

 

polywka[at]em.uni-frankfurt.de

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