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Karin Fleck
Doktorand_in

Future Oddities: Nostalgie, Musik und Science-Fiction

Die Dissertation erarbeitet mittels neuster Science-Fiction Hollywoodproduktionen, die präexistente Popmusik verwenden, eine zukunftsorientierte Lesart von Nostalgie. In der vorhandenen Literatur wurden die in diesem Projekt analysierten Filme hauptsächlich in Verbindung mit Nostalgiekonsum als Sehnsucht nach vergangenen Zeiten diskutiert. Durch die Verknüpfung philosophischer Zeitkonzepte mit Objekttheorien, Anthropologien der Zukunft und ökonomischen Aspekten, wird Nostalgie als Möglichkeitsraum betrachtet, der den Begriff der Zukunft vom Verständnis eines reinen Zeitkontinuums loslösen soll.

Schallplatten, Künstler, Bilder und Klänge werden in dem Moment reaktiviert, in dem wir ihnen auditiv und visuell in vorbeiziehenden Filmeinstellungen ausgesetzt sind. Gleichzeitig werden sie als nostalgischer Gestenpool für zukünftige Aneignungen zur Verfügung gestellt. Eben in jener „Zukunft, die in diesen Momenten fortdauert“, liegt das Zukunftspotenzial der Nostalgie, die unsere Popkultur beerbt (Rebecca Schneider). In diesem Projekt wird Nostalgie folglich zu einem Instrument, um der Zukunft im Weltraum, auf verschiedenen Planeten und in diversen Szenarien der Menschwerdung durch Aneignungsprozesse zu begegnen. Kulturell codierte Popmusik wird integraler Bestandteil der neu besetzten Räume, indem sie organisatorische und kulturelle Lebensprozesse der Bewohner begleitet und strukturiert. Darüber hinaus entwickeln ihre Musikabspielgeräte sowie die dazugehörigen Speichermedien Eigendynamiken, die über ihre Rolle im Film hinausgehen. Tapes und Walkmans werden beispielsweise als anachronistische Objekte betrachtet, deren Fähigkeit nicht alleine darin besteht vergangene, sondern auch zukünftige Situationen aufzunehmen.

Fig. 1:
Screenshots aus Ready Player One (Steven Spielberg, 2018) und Say Anything (Cameron Crowe, 1989), entnommen aus O’neil cinemas, zuletzt aufgerufen am 7. Mai 2018, Artikel.
Fig. 2:
Screenshot aus Guardians of the Galaxy (James Gunn, 2014), entnommen aus GuardiansOfTheGalaxy auf Twitter, zuletzt aufgerufen am 7. Mai 2018.
Fig. 3:
Suevefucker/Deviantart (2017), Bowie-Collage, entnommen aus mor.bo, zuletzt aufgerufen am 7. Mai 2018.

Profil

Karin Fleck ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“ an der Goethe-Universität Frankfurt. Sie absolvierte 2015 ihr Bachelorstudium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt und schloss 2017 erfolgreich ihr internationales Masterstudium in Audiovisual and Cinema Studies (IMACS) an der Goethe-Universität, der Universiteit van Amsterdam und dem Birkbeck College London ab. Darüber hinaus war sie 2016 studentische Hilfskraft am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Frankfurt und Co-Organisatorin der Kracauer Lectures in Film and Media Theory. Seit März 2017 ist sie Mitglied eines internationalen Nostalgie-Netzwerks, das am Deutschen Historischen Institut London gegründet wurde.   

 

fleck[at]tfm.uni-frankfurt.de

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