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Guilherme da Silva Machado
Doktorand_in

Research Project

Diese Forschung ist eine Exkursion zu solchen Orten unserer Zeit, an denen Menschen zu Zuschauenden der Arbeit gemacht werden. Ich glaube, eine Kartografie dieser Beobachtungsenvironments wäre wie das Skizzieren eines modernen Apparates der Arbeitsmobilisierung. Wohin gehen wir, um Arbeit zu beobachten? Durch welche sensuellen Konfigurationen wird uns Arbeit präsentiert? Was sollen wir beachten und verstehen, und nach welchen situativen Rahmenbedingungen? Und Was tun  nach unseren Arbeitsbeobachtungssitzungen? Der Versuch, diese Fragen zu beantworten, sollte kein extravagantes Unternehmen sein in einer Zeit, in der die Erfahrung, Arbeitskraft zu beobachten, knapp geworden ist. Harun Farocki sprach über „das Fremdwerden der Arbeit“. Er bezog sich auf die Unsichtbarkeit von Arbeitsprozessen und Dienstleistungen, die von der Öffentlichkeit abgeschirmt stattfinden. Diese Forschung versucht hingegen zu verstehen, wie wir uns der Arbeit bewusst werden können. Es baut auf der Idee auf, dass die moderne Unsichtbarkeit der Arbeitskraft in der Öffentlichkeit ein effizientes Management des Seherlebnisses durch das Design von privat gesteuerten Objektiven (lenses) ermöglicht hat. Man kann die Bedeutung der Medien in diesem Zusammenhang nicht genug betonen: Indem sie Beobachtungspunkte – die Schule, das Labor, die Ausbildungswerkstatt usw. – dem Phänomen der Arbeit zuordnen, erleichtern sie die Regulierung ihrer Erfahrung; eine wertvolle Einsicht im Hinblick auf das Verständnis gegenwärtiger Governance-Strategien.

 

Fig. 1: Christen Dalsgaard, “Mormons Visiting a Country Carpenter”, oil on canvas, 1856. Source photography: link.

Fig. 2: Training for a technical gesture in the CAVE (virtual reality platform), HEUDIASYC (Compiègne, France), 2017 – Source photography: Jean-Claude Moschetti, CNRS Photothèque.

Profil

Guilherme da Silva Machado ist Doktorand am Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“ an der Goethe-Universität Frankfurt. Er promoviert zugleich an der Université de Paris III — Sorbonne Nouvelle. Er hat an der Federal University von Santa Catarina (Brasilien) und der Sorbonne Nouvelle studiert. Er interessiert sich besonders für die Operativität von Bildern im Kontext industrieller Arbeitspraktiken in den letzten Jahrhunderten, vor allem hinsichtlich ihrer erkenntnistheoretischen Funktionen bei der Herstellung von „gesunden“ und „effizienten“ Körpern. Vor kurzem war er als Dozent für Filmtheorie und Filmgeschichte an der Paris III bzw. an der Picardie Jules Verne Universität tätig.
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