Menü Schließen
Kalani Michell
Postdoc

Lose Formen. Spiele, Radio, Infrastruktur

Mein neues Projekt entwickelt das Konzept der dialektischen Beziehung von access und excess in interinstitutionellen Medientransfers aus meiner Dissertation All in the Same Box: Unhinging Audiovisual Media in the 1960s and 1970s in den Bereichen des Computerspiels, des Radios und lokaler Infrastruktur und Netzwerken weiter. Hatte ich mir dort als Fallbeispiele den Rechtsstreit zur Fotodokumentation der Fernsehübertragung einer Joseph-Beuys-Performance von 1964, Unboxingstrategien ungebundener nordamerikanischer und europäischer Multimedia-Design-Zeitschriften der späten 1960er Jahre, und das Verhältnis von Bürokratie, Antrag und technologischem Experiment in TV-Koproduktionen aus den späten 1970er Jahren angeschaut, treten nun infrastrukturelle Vorbedingungen, die die Medienlandschaft insgesamt betreffen, stärker in den Vordergrund.

 

 

Fig. 1:
XDavidXtreme, "Video Game : StarTrek – 1971", YouTube (Quelle: Star Trek, Code von Mike Mayfield, 1971), zuletzt aufgerufen am 14. Mai 2018.
Fig. 2:
Lenora Foerstel interviewt von Larry Birns, With Margaret Mead in New Guinea, erste Sendung: KPFA, 25. Sept. 1964, Archive.org, zuletzt aufgerufen am 14. Mai 2018.
Fig. 3:
Maenz, Paul und Roehr, Peter, "Zu dieser Ausstellung", in: Bartels, Siegfried; Roehr, Peter und Maenz, Paul (Hg.): Serielle Formationen, Frankfurt am Main: Stiftung Studentenhaus 1967, o.P.

Profil

Kalani Michell ist Postdoktorandin im Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“ an der Goethe-Universität Frankfurt. Ihre Dissertation, All in the Same Box: Unhinging Audiovisual Media in the 1960s and 1970s, hat sie 2017 an der University of Minnesota abgeschlossen. Sie veröffentlichte eine Reihe von Aufsätzen zum deutschen Kino, wie beispielsweise über die deutsch-deutsche Schizo-Filmgeschichte in Thomas Heises Barluschke, über Techniken der Unsichtbarkeit in einem Sci-Fi Film aus dem Dritten Reich von Harry Piel, über Experimente mit Filmformaten im deutschen Kino der 1970er Jahre und über das Comic-Storyboard und die Skizzen-Ästhetik in Christian Petzolds kinematographischer Bildkomposition. Außerdem hat sie zu verschiedenen Themen in Kunst-, Film- und Medientheorie publiziert, wie beispielsweise zur Zirkulation von kanonischen Gemälden in pornografischen Setdesigns, zu den Versuchen von Marcel Broodthaers, Tinte auf Papier festzuhalten und die Rückkehr zu seinem 16-mm-Film in webbasierten Praktiken, zu einem Computerspiel, das das Anstehen für eine Marina-Abramović-Performance reinszeniert, und zur Entstehung von akademischen Podcasts, die Kultur-, Film- und Medienwissenschaft auch medial neu aufstellen wollen.

 

michell[at]tfm.uni-frankfurt.de

 

+49 (0)69 789 32081

 

[CV]

Mitglieder