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Johanna Laub
Doktorand_In, zweite Kohorte (2020-2023)

Ambivalenzen der Vergegenwärtigung: Historische Erfahrung in hybriden Bewegtbildern der Gegenwartskunst

Wie schreiben sich hybride Bewegtbilder darin ein, wie Geschichte erfahren, erinnert und geschrieben wird? Welche Formen der historischen Erfahrung ermöglichen sie durch ihre komplexe Materialität und Temporalität? Und wie kann Kunst uns helfen diese Veränderungen zu verstehen, aber auch herkömmliche Vorstellungen, insbesondere des Digitalen, zu hinterfragen, indem sie ästhetische und verkörperte Erfahrungen schafft? Mein Dissertationsprojekt nähert sich diesen Fragen in einer kunst- und medientheoretischen Auseinandersetzung mit einem diversen Korpus analoger und digitaler, kamerabasierter und animierter Bewegtbilder. Es verortet sich im aktuellen Diskurs über archäologische und archivarische Praktiken der Gegenwartskunst, um hier die Aufmerksamkeit für die Bedeutung von Medialität und Digitalität zu schärfen.

Im Fokus stehen Arbeiten von Künstler*innen und Filmemacher*innen, die Bewegtbilder in einer solchen Weise einsetzen, dass in ihnen der Zugang zur Vergangenheit als nicht einfach gegeben, sondern als konstruiert, instabil oder spekulativ erscheint. Darin gelingt es ihnen, über den Topos der maschinellen Vergegenwärtigung hinauszugehen, der den Film seit seiner Erfindung begleitet. Das Projekt möchte die Ambivalenzen der Vergegenwärtigung im Filmischen herausarbeiten und ihr kritisches Potential produktiv machen: Entgegen der Erfahrung von Unmittelbarkeit werden die Vermittlungsbedürftigkeit von Vergangenheit und die Medialisierung von Geschichte thematisch.

Fig. 1:
Ana Vaz, Apiyemiyekî?, 2019, 28 Min. Verlinkt aus "Mobilities Between Place, Sound and Image: An Interview with Ana Vaz", Senses of Cinema, Mai 2021.
Fig. 2:
Agnieszka Polska, The Demon's Brain, 2018, Mehrkanal-Installation. Installationsansicht Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, 2018/19. Screenshot von YouTube.
Fig. 3:
Ana Nyma (anonym), Fragments d'une révolution, 2011, 55 Min. Screenshot von Vimeo.

Profil

Johanna Laub ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Graduiertenkollegs „Konfigurationen des Films“ an der Goethe-Universität Frankfurt. Sie studierte Kunstgeschichte im Bachelor und Master an der Universität Leipzig und der Université de Tours. Im Anschluss war sie als kuratorische Assistenz an der Schirn Kunsthalle Frankfurt tätig, wo sie an Ausstellungen moderner und zeitgenössischer Kunst sowie am Film- und Videoprogramm „Double Feature“ mitarbeitete. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Kunst des späten 20. Jahrhunderts und der Gegenwartskunst; dabei interessiert sie sich besonders für das künstlerische Verhältnis zu Geschichte und Archäologie.

 

laub[at]tfm.uni-frankfurt.de

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