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Christian Alexius
Doktorand_In, zweite Kohorte (2020-2023)

Film im Comic. Zeitgenössische Darstellungen im Spannungsfeld von cinephiler Praxis und alternativer Filmgeschichtsschreibung

Was passiert mit filmischen Bildern und Tönen beim Übergang in die Panels eines Comics und wie können letztere unseren Blick auf das Medium Film und seine Geschichte prägen und neu ausrichten? Dies sind zwei der wesentlichen Fragestellungen, um die sich das Promotionsvorhaben dreht. Comics wie Filmish. A Graphic Journey Through Film (Edward Ross, London 2015) oder Ein letztes Wort zum Kino (Blutch, Berlin 2016) stehen dabei stellvertretend für den seit den 1990er Jahren verstärkt zu beobachtenden Versuch, Filmgeschichte in anderen medialen Kontexten neben der Schriftsprache der Bücher zu schreiben. Dabei werden sie als Konsequenz einer Cinephilie erkennbar, die Vorstellungen von einem filmhistorischen Kanon sowie einer allumfassenden Filmgeschichte hinterfragt. Die Beschäftigung der Comicautorinnen und -autoren insbesondere mit ihren individuellen filmischen Vorlieben führt stattdessen zu einer neuen Diversität und Heterogenität in der Auseinandersetzung mit der siebten Kunst. Verorten lassen sich die für die Arbeit relevanten Fallbeispiele daher auch zwischen einer zeitgenössischen Ausprägung cinephiler Praxis auf der einen und einer Form alternativer Filmgeschichtsschreibung auf der anderen Seite. Anhand von ihnen zu prüfen, inwiefern Cinephilie sich für die filmhistorische Arbeit nutzbar machen lässt, ist das erklärte Ziel des Vorhabens.

Fig. 1:
Edward Ross: Filmish. A Graphic Journey Through Film, London: SelfMadeHero, 2015, S. 10.
Fig. 2:
Blutch: Ein letztes Wort zum Kino, Berlin: Reprodukt, 2016.
Fig. 3:
Charles Berberian: Cinerama, Berlin: Reprodukt, 2016, S. 34.

Profil

Christian Alexius ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Philipps-Universität Marburg und promoviert derzeit im Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“ der Goethe-Universität Frankfurt. Er studierte Filmwissenschaft und Soziologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. In dieser Zeit engagierte er sich viele Jahre ehrenamtlich bei FILMZ – Festival des deutschen Kinos, wurde zwei Mal mit dem Deutschlandstipendium ausgezeichnet und war als Tutor für Filmgeschichte angestellt. Auf seiner Website sammlerdeskinos.de sammelt er sogenannte cinephiliac moments und fragt nach dem Nutzen cinephiler Praktiken für die Filmwissenschaft. Zu seinen Publikationen gehören Den Glauben an die Welt mit dem Wahnsinn bezahlen. Reflexionen zum postklassischen Kino (Baden-Baden 2020) und Paolo Sorrentino. Das Werk eines Ästheten (mit Lucas Curstädt u. Björn Hayer, Marburg 2020).

 

alexius[at]tfm.uni-frankfurt.de

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