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DOK Leipzig
Veröffentlicht am 04.11.2018

Wir waren fünf von 1.800 akkreditierten Gästen von insgesamt 47.500 Festivalbesuchern des DOK Leipzig, eines Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm in 61. Auflage, die dieses Jahr aus 340 Filmen aus 57 Ländern wählen konnten. Es gab viel zu sehen. Unser Mini-Cluster „Following Objects“ hat sich in den letzten zwei Semestern theoretisch und methodologisch mit der Frage beschäftigt, wie Objekte zu lesen sind – in Filmen und über verschiedene mediale Formen hinweg.

Während unserer vier Tage in Leipzig haben wir miterlebt, wie der Schuh von Werner Herzog über einen Topf mit heißer Brühe in seinen Bauch gelangte. Wir folgten Tieren in ihr Jenseits als präparierte Objekte, die in Vitrinen und auf Podesten ausgestellt werden. Die Muster auf den Kleidern einer Mutter wurden im Animationsfilm ihres Sohnes lebendig. Wir wurden durch die Hallen des Natural History Museum in New York geführt, vorbei an einer Vielzahl unheimlicher Dioramen. Dicke Bündel aus Kunsthaar wurde energisch gebürstet, um dann die einzelnen Strähnen in die Zöpfe der wartenden Kundinnen zu weben. Und dann waren da noch die scheinbar endlosen Reihen von samtig-weichen Sitzen des Leipziger Cineplex, die etwas zu großen Plastikschilder, mit denen wir unsere Akkreditierungsausweise an Bändern um unseren Hals trugen, und die tristen Ikea-Möbel in der airbnb-Wohnung. Ein Filmfestival wie dieses ist kein schlechter Ort für eine Gruppe, die sich für das Leben von Objekten interessiert.

Fig. 1:
Animus Animalis (a story about People, Animals and Things) (Aistė Žegulytė, Litauen 2018) Still.
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