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Winona Wilhelm
Doktorand_In, zweite Kohorte (2020-2023)

Experimentelles Ecocinema der Gegenwart. Ecocriticism, Neuer Materialismus und Avantgardefilme

Winona Wilhelms Dissertationsprojekt untersucht aktuelle experimentelle Filme mit ökokritischen und speziell neu-materialistischen Methoden. Dabei werden (material-)ästhetische Mittel herausgearbeitet, die auf die komplexe Verwobenheit von Sozio- und Ökosphäre verweisen. Dass gerade avantgardistische Filme besondere Qualitäten aufweisen, um der Wahrnehmung von Natur transformativ zu begegnen und sie damit eine visionäre Strömung innerhalb von sogenanntem Ecocinema bilden, ist eine Ausgangsthese der Arbeit. Wenn diese zudem als Akte ästhetischer Rebellion gegen gesellschaftliche Missstände wie die Klimakrise oder als Gegenentwürfe zu konventionellen Bewegtbildern verstanden werden, lässt sich fragen: Welche subversiven Stilmittel werden eingesetzt, um „Natur“ filmisch auf neue Weise erfahrbar zu machen? In welchen Formaten werden zeitgenössische, ökologisch motivierte, audiovisuelle Kunstwerke vermittelt? Wie gehen solche Werke mit ihrer eigenen Materialität um? Im ökokritischen Diskurs werden bisher hauptsächlich populäre Bildkulturen in den Blick genommen, um zu erforschen, wie diese unser Naturverständnis prägen. Die Dissertation soll hingegen zu einer zunehmenden wissenschaftlichen Aufmerksamkeit für das ästhetisch-aktivistische Potenzial experimenteller Kunst beitragen.

Fig. 1:
Screenshot aus Wasteland No. 2: Hardy, Hearty (Jodie Mack, 2019), Vimeo, zuletzt aufgerufen am 13. Juli 2020.
Fig. 2:
Screenshot aus dem Trailer zu Memento Stella (Takashi Makino, 2018), Vimeo, zuletzt aufgerufen am 13. Juli 2020.
Fig. 3:
Screenshot aus dem Trailer zu Le Tigre de Tasmanie (Vergine Keaton, 2018), Vimeo, zuletzt aufgerufen am 13. Juli 2020.

Profil

Winona Wilhelm studierte Filmwissenschaft und Philosophie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wo sie 2020 ihre Masterarbeit zu experimentellem Ecocinema schrieb. Sie hat ein Auslandsjahr an der Université Sorbonne Nouvelle – Paris 3 absolviert und war u. a. durch verschiedene Praktika in den Bereichen Kulturjournalismus und Museumsarbeit tätig. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der JGU Mainz und Doktorandin am Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“ an der Goethe-Universität Frankfurt.

 

wilhelm[at]tfm.uni-frankfurt.de

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