Menü Schließen
Jan Mollenhauer
Doktorand_in

Spektrale Montage. (Senden/Sichtbarmachen)

Meine Dissertation ist um 8 Bilder herum organisiert, die afroamerikanische Soldaten der segregierten US-Armee im kurz vorher befreiten Konzentrationslager Buchenwald von sich gemacht haben.

Im Fokus meiner Untersuchungen stehen drei Fragen:

Lässt sich durch die Fotos von 1945 eine Geschichte erzählen, die von der „visuellen Kultur des Lynchings“ (L. Hentschel) über John Fords Sergeant Rutledge (1960), Skip Normans Blues People (1969), Edward Kienholz’ Five Car Stud (1972/2011/2016) bis zu Michael Rothbergs „multidirectional memory“ (2009) reicht? 

Welche Korrespondenzen in den verschiedenen Repräsentationen und vor allem welche Kontinuitäten medialer Operationen (Senden/Sichtbarmachen) lassen sich beobachten?

Wie kann meine Geste des Versammelns und Montierens kultur- und medienwissenschaftlich konzeptionalisiert werden?

Zwischen 1877 und den 1950er Jahren zirkulieren sowohl in weißen wie auch in afroamerikanischen Communities Postkarten von Lynchmobs, die auch Theater, Kino, frühe Pornographie heimsuchen. In jüngerer Zeit bekommen die Karten neue Virulenz im Kontext der Diskussionen um Sam Durants Plastik Scaffold, Dana Schutz’ Open Casket und der Eröffnung des National Memorial for Peace and Justice in Alabama. 

 

Fig. 1: William Alexander Scott, III, African American Soldier at Buchenwald, April 1945, United States Holocaust Memorial Museum, Signatur #87661.

Fig. 2: Postkarte von „Tante Myrtle“, in: Allen, James (Hg.): Without Sanctuary. Lynching Photography in America, Santa Fe/NM: Twin Palms, 2000, o.P. (Plate 55).

Fig. 3: Sergeant Rutledge (Regie: John Ford, USA 1960), Trailer, YouTube.

Profil

Jan Mollenhauer ist derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter im Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“ an der Goethe-Universität Frankfurt. Zuvor war er im Sommersemester 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehr- und Forschungsbereich Kulturtheorie und Kulturwissenschaftliche Ästhetik am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Er sprach auf zahlreichen deutschsprachigen und internationalen Tagungen. 2017 erhielt Jan Mollenhauer zudem Stipendien der Humboldt Graduate School und des Getty Research Institute.

 

mollenhauer[at]tfm.uni-frankfurt.de

Mitglieder